Orange Days in Haan

Auch in Haan wird an den Orange Days ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt.

 

Das erste Banner wurde heute an der Fassade der Stadtbücherei angebracht. Links, Roman Reinders, Leiter der Stadtbücherei.

Ein Plakat hängt jetzt in der Stadtbücherei. Bald werden Plakate an vielen Orten in der Stadt zu sehen sein.

Hinschauen!

 

Mehrere Wochen der Ausgansbeschränkungen liegen hinter uns und erwarten uns wahrscheinlich in den kommenden Wochen. Die Ausbreitung der Pandemie soll verhindert werden. Gleichzeitig warnen Expert*innen davor, dass die Reduzierung der sozialen Kontakte und die Isolation in den eigenen vier Wänden vermehrt zu häuslicher Gewalt führen kann. Corona bedeutet vor allem für Paare und Familien eine Ausnahmesituation. Für viele Frauen, aber auch für Männer ist es traurige Realität, dass die eigenen vier Wände zu einem gefährlichen Ort werden. Vier von fünf Frauen, aber auch jeder fünfte Mann, musste laut Bundesfamilienministerium im vergangenen Jahr Gewalt durch Partner oder ehemalige Partner erleben und aushalten. Von der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SKFM Mettmann wurden im Jahr 2019 insgesamt 1024 für das Kreisgebiet Mettmann gemeldet, 267 mehr Fälle als im Jahr davor, 52 Fälle davon in Haan.

In ganz Deutschland wird um den internationalen Gewaltschutztag, welcher am 25. November stattfindet, ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt. Die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Mettmann organisieren bereits seit 2011 die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“. Haaner Bäckereien, Bauernläden und die Haaner Tafel unterstützen die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Haan bei der Verteilung der Brötchentüten. In diesem Jahr hat sich die Gleichstellungsbeauftragte mit den Soroptimistinnen Club Haan zusammengetan und für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt ein ganz besonderes Konzept als Zeichen gegen Gewalt ausgearbeitet. Unter dem Motto „Orange the World – Stand up for Women“ startet ab dem 25. November die weltweite Kampagne für 16 Tage. Die Kampagne wurde 1991 vom Women´s Global Leadership Institute ins Leben gerufen und macht eben 16 Tage lang, also bis zum 10.12. auf die Benachteiligung von Frauen und geschlechtsspezifischen Formen von Gewalt aufmerksam. Das die Kampagne am 10.12. endet, ist kein Zufall: dabei handelt es sich um den internationalen Tag der Menschenrechte!

Die Soroptimistinnen und die Gleichstellungsbeauftragten wollten aber gerade in Zeiten, wie wir sie jetzt aushalten müssen, für die Haanerinnen und Haanern ein Angebot ermöglichen:

Zum einen werden im Zeichen des Gewaltschutzes vom 25.11. bis einschließlich 10.12. die Fenster des Sitzungssaals des Rathauses, die städtische Bücherei und die Feuerwache in der Farbe Orange ausgeleuchtet. Warum die Feuerwache? Immer häufiger werden auch Rettungskräfte und Kräfte im Einsatz Opfer von Gewalt. Auch hier gilt es hinzuschauen.

In der Bücherei finden Sie einen Büchertisch mit Literaturempfehlungen zum Thema, es ist sicher etwas Interessantes für Sie dabei.

Weiter werden die Brötchentüten ab dem 25.11. verteilt. Am 25.11.2020 um 19:00 Uhr sind Sie herzlich eingeladen einem Online Seminar zum Thema „Konfliktlösung“ zu folgen. Dennis Paul betreibt ein Pazuru Studio in Haan auf der Dieselstraße und hat die geplante Präsenzveranstaltung einfach virtualisiert. Interessierte können sich gerne über die Homepage der Stadt Haan eintragen. Nach erfolgter Registrierung erhalten Interessierte automatisch den entsprechenden Link zum Seminar, welches schlussendlich über Zoom abgewickelt wird. Eine Registrierung ist nicht erforderlich, das Seminar ist kostenlos.

Am 04.12.2020 findet ein Interview mit Frau Eva-Maria Düring statt. Frau Düring ist Bereichsleitung des SKFM Mettmann e.V. sowohl für häusliche Gewalt und ab dem 01.01.2021 auch für die neue allgemeine Frauenberatungsstelle, die es jetzt im Kreisgebiet Mettmann gibt. Das Interview wird virtuell in der evangelischen Kirche aufgenommen und steht allen Interessierten auf der Homepage der evangelischen Kirche, auf der Homepage der Soroptimistinnen und auf der Homepage der Stadt Haan zur Verfügung. Sie erfahren in dem Interview einiges zum Thema Gewalt, was Corona damit zu tun hat und warum es uns doch alle etwas angeht.

Durch die Soroptimistinnen werden weiter im Stadtgebiet an unterschiedlichen Plätzen entsprechende Banner aufgehängt, die auf das Thema aufmerksam machen. Die Telefonnummer des Hilfetelefons ist dort zu finden.

In diesem Sinne hoffen die Soroptimistinnen Haan, die die eine der weltweit größten Service-Organisationen berufstätiger Frauen mit gesellschaftlichen Engagement sind, und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Haan, Corona zum Trotz  insbesondere in schweren Zeiten wie diesen für das sensible Thema Gewaltschutz aufmerksam gemacht zu haben. Holen Sie sich Hilfe und halten Sie nicht aus! Schauen Sie hin und nicht weg! Auch wenn Sie „nur“ ein Nachbar, Bekannter oder gar ein*e Fremde*r sind.

Die Gleichstellungsbeauftragte bedankt sich abschließend bei allen Unterstützern, insbesondere bei der Bäckerei Schüren, der Bäckerei Policks, der Bäckerei Weihrau, dem Bauernladen Gut Ellscheid, dem REWE Markt auf der Dieker Straße und der Haaner Tafel.

Homepageangabe:         Evangelische Kirche: www.ev-kirche-haan.de

                                                Soroptimistinnen Club Haan: www.clubhaan.soroptimist.de

                                               Gartenstadt Haan: www.haan.de

 

 




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